2024 wurde mit dem Stadtteilentwicklungskonzept (SEK) Mitte 15 die Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Areals geschaffen.
Nun werden die nächsten Planungsschritte vorbereitet. In den vergangenen Tagen fanden dazu zwei Veranstaltungen statt. Wir waren bei beiden Terminen vor Ort und haben unsere Perspektiven und Anliegen eingebracht.
Die Stadt fragt und ihr könnt antworten. Aber nur noch bis 25. September
Die Stadt Wien hat eine Online-Umfrage zur Erstellung des städtebaulichen Leitbilds für Mitte 15 gestartet. Damit gibt es für uns alle eine konkrete Möglichkeit, der Stadt mitzuteilen, wie wir uns die Zukunft des Westbahnhof-Areals vorstellen.
Die Umfrage läuft nur bis 25.09.2026, 23:59 Uhr. Für ein Projekt dieser Größenordnung ist das ein erstaunlich kurzer Zeitraum. Umso wichtiger ist es, dass jetzt möglichst viele Menschen mitmachen.
Worum es dabei wirklich geht
Es geht um weit mehr als ein paar Fragen in einem Online-Formular. Es geht darum, welchen Stellenwert Grünraum, Freiraum, Lebensqualität und ein lebenswertes Viertel in der zukünftigen Entwicklung des Areals haben. Wir wollen einen Westbahnpark und genau das sollten wir bei dieser Gelegenheit deutlich machen. Zahlreich, sichtbar und gemeinsam.

Die fünf Fragen und Anregungen dazu
Damit ihr nicht vor einem leeren Feld sitzt, hier zu jeder Frage ein paar Stichworte aus unserer Sicht. Wichtig: Schreibt bitte in euren eigenen Worten. Wortgleiche Antworten werden in solchen Auswertungen erfahrungsgemäß als eine einzige Stimme gewertet. Eure persönliche Formulierung zählt mehr als jeder Textbaustein.
Mobilität und Erschließung: Stellen Sie sich vor, das Gebiet ist neu gestaltet. Wie möchten Sie sich hier künftig bewegen können?
→ Zu Fuß, mit Kinderwagen, mit Rollstuhl, mit Rollator, mit Rad, … auf der gesamten Länge durchgehend; barrierefrei; gute Querverbindungen zwischen den Bezirken; keine neuen Durchzugsstraßen.
Nutzungen und Angebote: Welche Angebote, Nutzungen oder Treffpunkte würden das Gebiet für Sie attraktiv machen?
→ Aufenthalt ohne Konsumzwang; Schatten, Bänke, Trinkbrunnen; Flächen für Spiel, Sport und Erholung; Raum für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen.
Grün- und Freiraum / Biodiversität: Stellen Sie sich vor, der neue Grün- und Freiraum ist fertig. Was würden Sie dort gerne tun?
→ Ein erdgebundener Landschaftspark auf 1,2 km Länge; große Bäume, die tatsächlich kühlen; bestehender Baumbestand und Bahnbrachen als Lebensraum; Kaltluftentstehung für die dicht bebauten Nachbarbezirke. Dachbegrünung und begrünte Innenhöfe sind kein Ersatz für einen echten Park.
Zusammenleben und Lebensqualität: Was ist Ihnen für ein gutes Zusammenleben in diesem Areal wichtig?
→ Öffentlich zugänglicher Freiraum für alle statt halbprivater Flächen; Hitzeschutz in einem der am dichtesten verbauten Gebiete Wiens; Gesundheit entsteht nicht nur in Ordinationen oder “coolen” Räumen, sondern auch im Schatten von Bäumen.
Erfolg der Entwicklung: Woran würden Sie erkennen, dass die Entwicklung von Mitte 15 gelungen ist?
→ Daran, dass der Park zuerst da ist und nicht als Rest übrig bleibt; dass er im Sommer spürbar kühler ist als die umliegenden Straßen; dass Menschen aus der ganzen Umgebung ihn selbstverständlich nutzen.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Umfrage kann anonym ausgefüllt werden und dauert nur wenige Minuten. Deshalb: Mitmachen und weitersagen!
Was bisher geschah

11.09.2026 – Grätzl-Perspektiven: Über die Anforderungen sprechen
Gemeinsam mit Vertreter*innen anderer Organisationen waren wir als Initiative WESTBAHNPARK eingeladen, die Ergebnisse der bisherigen Dialog-Gespräche zum Areal zu priorisieren.
Dabei wurde deutlich: Für viele der Anwesenden ist ein erdgebundener Landschaftspark eine zentrale Anforderung. Die Mehrheit der Anwesenden stand einer Bebauung des Areals skeptisch gegenüber.

15.09.2026 – Auftaktveranstaltung der Stadt Wien zum Planungsprozess
Als Initiative WESTBAHNPARK waren wir gemeinsam mit zahlreichen Privatpersonen vor Ort und freuten uns über die große Zahl interessierter Teilnehmenden.
Bei den Informationen von Stadt Wien und ÖBB gab es aus unserer Sicht unklare oder von früheren Aussagen abweichende Darstellungen, etwa soll für zumindest 10 LKWs eine Parkfläche geschaffen werden. Wir haben darauf hingewiesen, kritisch nachgefragt und dabei unsere Position klar vertreten.
Stellungnahmen in Vorbereitung
Ausführliche Stellungnahmen zu beiden Veranstaltungen sind in Vorbereitung. Darin gehen wir auf die Inhalte, die aus unserer Sicht wichtigen Punkte und die offenen Fragen im Detail ein.

Wie geht es weiter? Der Zeitplan
Parallel zu diesen Veranstaltungen geht der von der Stadt Wien angekündigte Planungs- und Wettbewerbsprozess weiter. Die angekündigten Schritte im Überblick:
- September 2026 – Bürger*innendialog, unter anderem mit der Online-Befragung
- Oktober 2026 – Start der offenen Ausschreibung für den zweistufigen Wettbewerb
- Anfang 2027 – Auswahl von sechs Projekten für die zweite Wettbewerbsstufe; die Planungsteams entwickeln ihre Konzepte weiter
- Juni 2027 – neuerliche Beurteilung der überarbeiteten Beiträge durch die Jury, Vergabe der Wettbewerbspreise
- ab 2028 – Weiterentwicklung des prämierten Entwurfs zu einem Gesamtkonzept; dieses dient als Grundlage für Flächenwidmungs- und Bebauungsplan
- ab 2032 – vorgesehene Umsetzung der geplanten Entwicklung
(Angaben der Stadt Wien, Stand 15.09.2026)
Wir bleiben dran
Für uns als Initiative WESTBAHNPARK beginnt damit eine wichtige Phase. Der weitere Prozess wird sich über mehrere Jahre erstrecken, und wir werden ihn aufmerksam begleiten, damit nicht an den Bedürfnissen im Bezirk und in der Stadt vorbeigeplant wird.
Unsere Forderung bleibt: Wir setzen uns für einen 1,2 km langen erdgebundenen Landschaftspark und füreine Entwicklung des Areals im Sinne eines echten Grün- und Freiraums ein.
Unsere Vorstellungen gehören in die Umfrage – und der Westbahnpark auf das Areal.

