
Am 20.3.2026 hat die Stadt Wien auf MeinBezirk die Kritik an ihren Plänen zum Westbahnhof-Areal zurückgewiesen.
„Rund zwei Drittel der Flächen werden als Grünraum gestaltet“, heißt es aus der Fachab-teilung. Die Bebauung solle „punktuell und auf bereits versiegelte Flächen beschränkt“ bleiben.
Geplant ist ein rund fünf Hektar großer Landschaftspark
Ausschnitt aus MeinBezirk Artikel vom 20. März 2026
Rund zwei Drittel der Flächen sollen als Grünraum gestaltet werden, heißt es aus der Fachabteilung, geplant sei ein rund 5 ha großer Landschaftspark. Das wirft, abgesehen von der irreführenden Verwendung des Begriffs Landschaftspark, weitere kritische Fragen auf – besonders, weil die Stadt Wien die Gesamtfläche mit 6 ha angibt.
Zwei Drittel von 6 ha ergeben jedoch 4 ha und nicht 5. Wenn zwei Drittel des Areals jedoch 5 ha sein sollen, müsste das Areal 7,5 ha groß sein. Entweder fehlt der Fachabteilung das Wissen aus der Grundschule oder das Marketing der Stadt Wien hat es mal wieder übertrieben.
Teile der Böschung bleiben erhalten, wie im Stadtteilentwicklungskonzept (SEK) Mitte 15 festgehalten.
Ausschnitt aus MeinBezirk Artikel vom 20. März 2026
Weiters wird behauptet, die Bebauung solle auf bereits versiegelte Flächen beschränkt bleiben, nur um dann zwei Absätze weiter einzuräumen, dass lediglich Teile der hoch biodiversen Böschung erhalten bleiben sollen.
Ein weiterer Diskussionspunkt ist die sogenannte Kaltluftschneise. Hier stellt die Stadt klar: „Eine Klimasimulation ist verpflichtend.“ Ziel sei es, die Frischluftzufuhr aus dem Wienerwald zu erhalten und sogar zu verbessern. Durch Entsiegelung und neue Bepflanzung könne das Mikroklima insgesamt profitieren.
Ausschnitt aus MeinBezirk Artikel vom 20. März 2026
Die Krönung der Widersprüche bildet jedoch eine Klarstellung, dass eine Klimasimulation verpflichtend sei – mit dem Ziel die Frischluftzufuhr aus dem Wienerwald zu erhalten und sogar zu verbessern – nur um fünf Tage später in der 12. Sitzung des Gemeinderates vom 25.03.2026 den Antrag zur genauen Vermessung der Wiener Kaltluftströme abzulehnen.
Wie Sima und ÖBB-Infrastrukturchefin Silvia Angelo bei der Präsentation am Freitag erläuterten, sollen vom rund sechs Hektar umfassenden Bereich etwa fünf in einen durchgängigen Landschaftspark umgewandelt werden. Das Niveau soll dazu zum Teil angehoben werden, wodurch das Erholungsgebiet direkt vom Bezirk besucht werden könnte, ohne dass man die derzeit bestehende Böschung bewältigen muss. Auch von den Schienen wäre der Bereich dann getrennt, wie betont wurde.
Eine durchgehende Aufschüttung ist dafür nicht vorgesehen. Vielmehr soll der Park Betriebsgebäuden der ÖBB quasi aufgesetzt werden. Die im Konzept vorgesehene Erdschicht soll auch für größere Bäume geeignet sein. Auch Teile der Böschung will man erhalten.
Wien heute, 26.01.2024
Schon in unserer Stellungnahme zum SEK-Mitte15 Bericht vom 27.01.2025 haben wir die Frage aufgeworfen, wohin 10.000 m² verschwunden sind, denn das Areal war ursprünglich mit 7 ha ausgewiesen.

Dabei hat sich der Bebauungsgrad von 60% nicht verändert. Die unterbaute Fläche auf deren Terrassen der sogenannte Park entstehen soll, wird zur Grünfläche gezählt, obwohl versiegelt wird.
Wir fordern von der Stadt nichts Unmögliches: klare Fakten, korrekte Berechnungen und Handeln im Interesse ihrer Bewohner*innen.

